Mrz 28

Uwe Krause, Vorstandsmitglied von Hannover 96, hat die leidige Debatte, ob schwarz-weiß-grün als Vereinsfarben noch zeitgemäß seien, erneut angefacht und um Meinungen zu diesem Thema gebeten. Mit einem offenen Brief wenden wir uns diesbezüglich an den Vorstand des Hannoverschen Sportvereins von 1896 e.V.

28.03.2007 – Sehr geehrter Vorstand von Hannover 96,

Schwarz, weiß und grün - Die Farben der Roten

Schwarz, weiß und grün - Die Farben der Roten

mit seinen Worten im Mitgliedermagazin des Vereins hat Vorstandsmitglied Uwe Krause überflüssigerweise erneut ein leidiges Thema angeschnitten, das in unschöner Regelmäßigkeit forciert wird: Die Veränderung der Vereinsfarben von Hannover 96 von schwarz-weiß-grün zu rot oder schwarz-rot. Herr Krause spricht dabei davon, ein einheitliches Bild zu erzeugen und die Marke 96 weiter zu entwickeln.

Wir halten dies für wenig sinnvoll und möchten unsere Meinung dazu gerne kurz begründen:

Es ist aus unserer Sicht ein Trugschluss zu glauben, dass eine Vereinheitlichung des Erscheinungsbildes des Vereins eine besser positionierte Marke zur Folge hätte. Niemand wird plötzlich eine stärkere Verbundenheit mit 96 spüren, weil der Verein plötzlich nur noch in einer Farbe daherkommt. Diese Verbundenheit kann aus unserer Sicht nur auf zwei Wegen entstehen.

Zum Einen muss der sportliche Weg von Erfolg gekrönt sein. Sportliche Erfolge und spannender Fußball sorgen für ein entsprechendes Interesse in der Bevölkerung und in der Medienlandschaft. Der Weg, den Hannover 96 seit dem Amtsantritt von Dieter Hecking eingeschlagen hat, wird auf kurz oder lang entsprechende Fortschritte für das Image von Hannover 96 mit sich bringen.

Zum Anderen gilt es aber vor allem, eine gewisse Einzigartigkeit von Hannover 96 herauszustellen. Andere Vereine, die nicht durch sportliche Höchstleistungen auf sich aufmerksam machen können, haben da den entsprechenden Weg eingeschlagen: Als Beispiele seien der 1. FC St. Pauli und der FSV Mainz 05 genannt. Der eine Verein hat sich einen bundesweiten Namen durch das Image der Mannschaft aus dem Rotlichtmilieu gemacht und weiß diesen entsprechend zu pflegen, der andere Verein gilt als die immer gut gelaunte Truppe aus der Karnevalshochburg.

Hannover 96 ist in der hervorragenden Ausgangsposition solch eine Einzigartigkeit mit sich zu bringen. Wir sind die Roten mit den schwarz-weiß-grünen Fahnen!

Eine Abkehr von einer der Farbkombinationen wäre unserer Meinung nach fatal. Würde man das traditionelle rot der Trikots verbannen, wäre man farblich kaum noch von Borussia Mönchengladbach zu unterscheiden.

Entfiele die Farbkombination schwarz-weiß-grün zu Gunsten von rot oder rot-schwarz, gäbe es optisch keine Möglichkeit, sich von Vereinen wie Frankfurt, Nürnberg oder Kaiserslautern abzugrenzen. Auch Bayern München und der VfB Stuttgart sind in ihren Städten als “Die Roten” bekannt.

Seit nunmehr 111 Jahren sind schwarz-weiß-grün die Farben von Hannover 96. Dass ausgerechnet der Vorstand des e.V., der in seiner Urform diese Farben im Jahre 1896 beschlossen hat, nun von diesen Farben abrücken möchte, lässt die Frage aufkommen, ob es überhaupt noch ein Interesse daran gibt, woher Hannover 96 ursprünglich einmal kam.

Bei den Stadionführungen, die zu großen Teilen von Mitgliedern der Roten Kurve durchgeführt werden, kommt es immer wieder zu Gesprächen über die Farbenlehre von Hannover 96. Erklärt man sie entsprechend, so entfaltet sie ihre charmante Einzigartigkeit und überzeugt die Leute davon, dass Hannover 96 etwas Besonderes ist.

Für die Vereinsführung von Hannover 96 – Verein wie Kapitalgesellschaft – bedeutet dies unserer Meinung nach, dass man offensiv mit dem farblichen Widerspruch umgehen sollte, wenn nicht sogar muss. Nur so wird es möglich sein, sich vom Einheitsbrei der Ligen abzuheben.

Mit schwarz-weiß-grünen Grüßen

Rote Kurve – 96 Supporters Club e.V.

geschrieben von Rote Kurve

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