Der Ball rollt wieder im Stadion am Maschsee. Dieses kommt eben jeden Tag seiner Fertigstellung näher und man war gespannt, wie die Stimmung in der Rückrunde der Saison gegen den Hamburger Sport Verein sich entwickeln würde. Ein Neuzugang und ein alter Bekannter sollten dieser zu Besserem verhelfen.
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02.02.2004 – Noch eine Stunde vor Anpfiff der Partie meinte Christian noch zu mir: “Ich sach` dir, das wird genau wie damals gegen sechzig”. Was sich einst regentechnisch über den Köpfen der hannoverschen Stadionbesucher während des Pokalspiels abspielte, lässt sich rückblickend wirklich nur noch als Zorn Gottes beschreiben. Obwohl alles vor dem sonntäglichen Spiel gegen den Hamburger Sport Verein auf eine ähnliche Entwicklung hindeutete, blieb der niedersächsische Fußballfreund, zumindest während des Spiels, von einem solchen Wasserinferno verschont.
So konnte ich voller Vorfreude auf das rollende Spielgerät zum ersten mal den neuen Oberrang auf der Nordseite betreten. Und dies war wahrhaftig keine äußerst leichte Übung, da der nunmehr verebbte Regen die Baustelle an den erdigen Stellen zu einem gigantischen Matschepeterhaufen frisierte. Nach mehreren gelungenen Ausweichmanövern meinerseits konnte der Seitenzaun mit unserer Zaunfahne so denn kosmetisch behandelt werden. Ein nettes Plätzcken in der zweiten Reihe wurde von unserer sieben Mann starken Gruppe zum Mittelpunkt der nächsten 105 Minuten erkoren. Die vorderste Sitzreihe fiel für eine Benutzung flach, da der Regen sich dort zu einem braun bajuwarischen Bergbach sammelte und kleine Schiffchen in Form von Bierbechern, Schachteln und Zigaretten in der Strömung mit sich riss.
Man konnte nun denn gespannt sein, in wiefern die Behelfsstützen für die Dachkonstruktion der AWD Arena eine erhebliche Sichtbehinderung darstellen würden. Und siehe da, dem Zuschauer bot sich zwar keine optimale Sicht, allerdings war dies durchaus ertragbar. Stimmungstechnisch ist der Oberrang hingegen noch in der Entwicklungsphase. Erst gegen Ende der Partie ließen sich mehr und mehr Fans zu lautstarken Äußerungen und antreibenden Gesten hinreißen. Ansonsten war die Stimmung hier genau wie im großen Rund eher durchschnittlicher Natur. Erst mit der Einwechslung unseres alten, neuen Balltreterartisten “Chaime” kam mehr Bewegung in die Massen. Wahrscheinlich eben auch deswegen, weil dieser die Kommunikation mit den Fans nicht scheute. Im Ausblick auf die kommenden Heimspiele könnte sich im Oberrang durchaus etwas positives entwickeln. Zumindest nach seiner finalen Fertigstellung. Ansonsten bleibt die Stimmung genau wie das Stadion noch einer Baustelle, die erst dann richtig bewertet werden kann, wenn die Umbauphase vollendet ist.
Im Endergebnis steht jedoch ein gelungener Auftakt der die achtzig Euro für die Dauerkarte bereits jetzt für mich wieder reingeholt hat. Nicht zuletzt auch wegen Clint “Sideburned” Mathis, dessen Tor auch dazu beitrug, den Spruch des Tages zu festigen:
Es gibt nur einen HSV.






